03/02/2013

Urban Commons: Moving beyond State and Market

Symposium 

27. - 28. September 2013

Call for Papers Symposium GSZ:
The symposium planned by the new GSZ Urban Research Group will address the recent interest in the politics of the commons from an urban perspective. Various aspects of urban commons, as well as their role in existing and emergent urban struggles, will be addressed in 6 thematic panels. Abstracts of 300-500 words should be submitted to gsz.urbancommons@gmail.com by March 28th, 2013.Please download the complete CFP here: download CFP

Call for Papers Symposium GSZ:
Das von der neuen GSZ Urban Research Group geplante Symposium beschäftigt sich mit dem neuen Interesse an der Politik der Commons aus städtischer Perspektive. Mehreren Aspekten der "urban commons" sowie ihrer Rolle in bestehenden und aufkommenden urbanen Konflikten, wird in sechs thematischen Panels nachgegangen. Abstracts von 300-500 Wörtern können bis zum 28. März unter gsz.urbancommons@gmail.com eingereicht werden. Bitte laden Sie den vollständigen Call For Paper hier herunter: download CFP 






25/09/2012

Publication: Ambivalent Spaces

The book "Ambivalent Spaces" was launched at pro-qm bookshop in Berlin, June 19th 2012 by Francisco Javier Rodríguez, Dean, University of Puerto Rico School of Architecture, and the editors Jorge Lizardi Pollock and Martin Schwegmann. 

The book came out following a conference at the school of architecture in Puerto Rico in 2012 which had its prelude in an intense discussion during a workshop held at the Georg Simmel Center in 2009 called spaces and ideas.In the publication Florian Koch and Johanna Kusiak, both former members of the Graduates Studies Group, and Martin Schwegmann are featured.    


Abstract:

Between 1928 and 1978, the so called “superblocks”, “superquadras”, “habitation units” "Plattenbauten" or “residenciales públicos” – among other names in different languages- were celebrated as instruments for the social progress of the urban slum dwellers.

And indeed, the modern social housing projects took care of the housing necessities of the sectors impoverished by modernity. For politicians, architects and urban planners alike, the modern residential developments were a biopolitical utopia bring forth. If so, why these communities frequently turned into ghettos? How “superblocks” came to be a synonym of marginality, otherness and contempt? It is social housing a vain attempt of human transformations? For many scholars, the "projects" are just a colossal landscape of a Nation State failure.

For others, what has terribly failed is the competence of architecture as a techne of social ordering. ”Ambivalent Spaces” offers a critical insight to the most significant urban laboratories of the Twentieth century. The essays – written by scholars from Germany, Puerto Rico, Argentina, and Poland, discussed and contrast historical experiences in cities as dissimilar as Berlin, San Juan, México, Istanbul, Santo Domingo, Leinefelde and Tirana.

Differences between cities are as striking as their cultural contexts. But researchers agree in what Dr. Florian Urban – one of the authors – concluded: "housing estates are an ambivalent heritage". To revisit their historical concepts and architectural designs is a way of learning in present what in the past we could not about the paradoxes of modernist urbanism.

(Jorge Lizardi/ Martin Schwegmann)

[english/spanish] - 7 articles are in spanish language and 5 are in english language

Ediciones Callejón,

2011,

9781881748823

EUR 20.00

Order: http://www.pro-qm.de/ambivalent-spaces-espacios-ambivalentes

30/05/2012

"UNIVERSITY MEETS LAB: Understanding urban space"

am Mittwoch, den 30. Mai 2012 um 20 Uhr im Grimm-Zentrum der HU Berlin
 Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. - The event will be held in English.

VERANSTALTUNGSORT
Auditorium, Jacob-und-Wilhelm-Grimm Zentrum, Humboldt-Universität Geschwister-Scholl-Straße 1/3, 10117 Berlin

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GÄSTE
Prof. Talja Blokland
Institut für Stadt- und Regionalsoziologie, Humboldt-Universität zu Berlin

Prof. Wolfgang Kaschuba
Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin

Maria Nicanor
Kuratorin, BMW Guggenheim Lab

Prof. Angela Uttke
Institut für Stadt- und Regionalplanung, Technische Universität Berlin

MODERATION
Heike Oevermann, Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung Berlin

INITIIERT
Stadtlabor, Institut für Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin

PRÄSENTIERT
Urbanophil, Stadtlabor und Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung

02/03/2012

Grenzgänger II

Nächster Termin:

 Stadt : (Kunst+Wissenschaft) = ?
Kooperationsformen von Kunst und Stadtforschung

23.05.2012 
 
Ort: Mohrenstraße 41, Raum 415 Zeit: 19:00 Uhr

Impuls: KUNSTrePUBLIK und Prof. Dr. Susanne Hauser

Moderation: Martin Schwegmann (GSG)



Philip Horst, Harry Sachs und Matthias Einhoff (KUNSTrePUBLIK) werden aus Ihrer künstlerischen Praxis als Grenzgänger im wahrsten Sinne berichten: Entlang der Grenzen von Kunst und Kommerz, Politik und Polemik, Illegalität und Legalität zeigen sie den Weg zu interdisziplinären Ansätzen zwischen Stadtforschung und Kunst. Das von KUNSTrePUBLIK initiierte Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZKU) hat sich zum Ziel gesetzt, diese Ansätze umzusetzen und zu vertiefen. Prof. Dr. Susanne Hauser (UDK) wird aus Sicht der Wissenschaft mögliche Schnittflächen beleuchten und diskutieren. 


 
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21.03.2012 Gefühlte Stadt - gefühlte Schrumpfung?
– Phänomenologische Perspektiven auf (schrumpfende) Städte

Ort: Mohrenstraße 41, Raum 415 Zeit: 19:00 Uhr

Impuls: Lars Frers und Tore Dobberstein (complizen Planungsbüro) 

Moderation: Martin Schwegmann (GSG)

Konzeption: Inga Haese und Martin Schwegmann 

Schrumpfende Städte werden von allen Seiten beforscht - immer mit dem Hinweis, dass Schrumpfen endlich positiv bewertet werden muss (z.B. "Shrink Smart!"). Aber was macht das Abwesende eigentlich mit der Stadt und den Menschen? Häuser, die dem Erdboden gleichgemacht wurden, Geschäfte, die leerstehen oder Hafenbecken, die verwaisen… Diese Leerstellen müssen mit Sinn gefüllt werden. Und aus der Notwendigkeit des Füllens bezieht das Abwesende seine Kraft: Das, was fehlt, wird mit den Erinnerungen und Emotionen derer angefüllt, die es vermissen. Wird die schrumpfende Stadt so zu einem Ort, dessen Fülle aus jenem schöpft, die ihn erfahren haben - und zu einem Ort, der leer bleibt, wenn keine Erinnerungen und Emotionen mit ihm verknüpft sind?
Lars Frers will mit seinem Beitrag "zurück zu den Sachen selbst“ (Husserl). Er gibt einen Überblick über phänomenologische Stadtforschung und subjektives Raumerleben. Tore Dobberstein schildert seine Erfahrungen über Interventionen in schrumpfenden Städte aus der Perspektive des Praktikers. Complizen Planungsbüro (Halle/Berlin) hat insbesondere Erfahrungen gesammelt in der Umnutzung bestehender und oftmals leerstehender Architekturen und Stadtflächen (sportification).

Zum Nachlesen:
- Frers, Lars/ Meier, Lars (Hg.): Encountering urban places: visual and material performances in the city,     Aldershot : Ashgate, 2007
- sowie Frers, Lars: Einhüllende Materialitäten: Eine Phänomenologie des Wahrnehmens und Handelns an Bahnhöfen und Fährterminals, Bielefeld: Transcript, 2007
- Brandl, Anne: Die gelebte Stadt. Phänomenologische Lesarten, in: Heike Herrmann (Hg.): RaumErleben. Zur Wahrnehmung des Raumes in Wissenschaft und Praxis, Budrich Verlag, 2010, S. 189-198.
- Hasse, Jürgen/ Kozljanič, Robert (Hg.): Gelebter, erfahrener und erinnerter Raum. V. Jahrbuch für Lebensphilosophie 2010/2011, München 2010
- Zum Wittenberge-Projekt, speziell zum Kooperationsprojekt mit der Agentur Kriwomasow: www.archivdesumbruchs.de;
- Runge, Christina: Archiv des Umbruchs. Eine dokumentarische Recherche, in: Bude, Heinz u.a. (Hg.): Überleben im Umbruch. Am Beispiel Wittenberge: Ansichten einer fragmentierten Gesellschaft, Hamburg: Hamburger Edition 2011, S. 290 - 296
- Oswalt, Philip (Hg.): Schrumpfende Städte, Band 2, Handlungskonzepte, Ostfildern-Ruit: Hatje Cantz, 2006, S.350 ff.


 

01/02/2012

ILLEGALISIERUNG UND STADT - GRENZGÄNGER II

22.02.2011 
um 19.00 Uhr in Raum 415, Mohrenstraße 41, Berlin 

Impulse: 
Dr. Manuela Bojadžijev, Institut für Europäische Ethnologie HU und Susann Huschke, M.A., Institut für Europäische Ethnologie FU
 

Moderation: Majken Bieniok (GSG) und Markus Kip (GSG)


Die Stadt ist eine umkämpfte Arena in Bezug auf die Reproduktionsbedingungen für illegalisierte MigrantInnen. Sie ist ein Ort der Ausbeutung illegalisierter Arbeitskraft, die spezifische Bedürfnisse in einer post-fordistischen Wirtschaft erfüllt. Illegalisierte arbeiten als Nannies, Tagelöhner auf dem Bau, Pflegekräfte, Reinigungskräfte, landwirtschaftliche Hilfskräfte, Restaurantangestellte, usw.

Verschiedene Kontroll- und Sicherheitsregimes, die sich in der Stadt entfalten, machen die Lebensbedingungen prekär, da das Risiko “entdeckt” und vom Staat abgeschoben zu werden im Alltag der Illegalisierten, zumal in Deutschland, nahezu allgegenwärtig ist.

Die Stadt ist aber auch ein Ort, in dem solche Regimes untergraben werden und sich Widerstand gegen diese Bedingungen formiert. Migrantische Communities und Netzwerke von Unterstützenden schaffen alternative Institutionen zur Gesundheitsversorgung, Arbeitsplatzvermittlung und anderem. Es wird in bestehende Organisationen hineingearbeitet, um Öffnungen für die Problemlagen von Undokumentierten zu erzeugen und Bündnispartner für gesellschaftliche Veränderungen zu gewinnen, z.B. bei Gewerkschaften, Kirchen und Schulen.

Dabei sind viele unterstützende Organisationen immer wieder mit der politischen  Frage konfrontiert, inwieweit alternative Institutionalisierungen zur Unterstützung Illegalisierter lediglich einen Zustand von “europäischer Apartheid” (Balibar) verfestigen oder neue Möglichkeiten eröffnen, die Kämpfe der Illegalisierten auszuweiten. Ferner stellt sich die Frage nach dem Spannungsverhältnis zwischen konkreter Unterstützungsarbeit auf lokaler Ebene und dem Ausgrenzungsregime, das nationalstaatlich und auf EU-Ebene organisiert ist. 


Inwieweit eröffnet ein transnational vergesellschafteter Raum der Stadt hier neue Perspektiven für die Organisierung von Illigalisierten oder vermag Wege durch das Dilemma zwischen konkreter Hilfe und politischer Arbeit zu bahnen?

Um solche und andere Fragen zu erörtern, laden wir ein zu einer Diskussion mit Manuela Bojadžijev und Susann Huschke. Manuela als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Europäische Ethnologie (HU) und Gründungsmitglied von Kanak Attak wird ausgehend vom Konzept der “Autonomie der Migration” Licht auf diese Fragen werfen. Susann Huschke vom Institut für Ethnologie an der FU und vom Berliner medibüro wird den Fokus auf die Krankheitserfahrungen Illegalisierter legen und anhand von Fallbeispielen zeigen, wie illegalisierte Lateinamerikanerinnen durch das Berliner Versorgungssystem navigieren.

Die Moderatoren: Majken Bieniok ist ebenfalls beim “Medibüro” engagiert. Sie hat kürzlich Ihre Promotion in Psychologie an der HU abgeschlossen und ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Kognitive Psychologie tätig; Markus Kip arbeitet beim Arbeitskreis “Undokumentierte Arbeit” bei ver.di Berlin-Brandenburg mit und schreibt eine Dissertation in Soziologie an der York University in Toronto. Beide sind Mitglieder bei der Graduate Studies Group am Georg Simmel Zentrum.


24/11/2011

virtual? urban intervention- GRENZGÄNGER II

25.01.2011 
um 19.00 Uhr in Raum 415, Mohrenstraße 41, Berlin 

Impuls:
Karsten Drohsel, URBANOPHIL; Rudolf D. Klöckner
             URBANSHIT und Eric Sturm von ARCHTEKTURVIDEO.

 

Moderation: Heike Oevermann (GSG) und Eszter Gantner (Stadtlabor)


Virtual? urban Intervention befragt Akteure urbaner Blogs danach, ob und wie die Erforschung der Stadt und urbane Interventionen durch neue Medien erfolgen können. Wir wollen an diesem Abend die Schnittstellen, Konzepte und Ideen von Bloggersphäre und Stadtforschung diskutieren. 

Fragen nach den Herangehensweise und Auseinandersetzung mit dem
öffentlichen Raum sowie nach der Veränderung der Sicht auf Stadt durch Social Media oder die Funktionsweise des medialen Raums bieten Möglichkeiten sich gemeinsam diesem Themenkomplex zu nähern.

07/11/2011

Neuerscheinung 2011


Welche Relevanz hat das Werk von Georg Simmel, der mit seinem Aufsatz Die Großstädte und das Geistesleben (1903) den Anstoß für eine sozial- und kulturwissenschaftliche Stadtforschung gegeben hat, für die heutige Stadtforschung? Dieser Frage gehen die Autorinnen und Autoren des jüngst erschienenen Sammelbands nach.

Die Bedeutung Simmels für die aktuelle Stadtforschung lässt sich auf verschiedene Weisen erkunden, welche sich auch in der Aufteilung des Buches widerspiegeln: Offensichtlich spielt Simmel eine Rolle für die gegenwärtige Metropolenforschung, d.h. die Forschung zu den besonderen Städten, den heutigen Weltstädten, die sich durch Kreativität oder wirtschaftliche Macht auszeichnen. Auch wird Simmels Werk mit der Forschung über Segregation und der Abbildung der sozialen Frage in der Stadt verbunden.

Dabei stellt sich heraus, dass Simmels Beschreibungen als Anregung für die heutigen Debatten um Gentrification interpretiert werden können. Auch lässt sich Simmel auf die modernen Segregationsanalysen beziehen – z.B. wird im Buch dargelegt, dass seine Sichtweisen nach wie vor für die theoretische Betrachtung der Stadt als soziales Gebilde wertvoll sind. In dem Sammelband nehmen auch Beiträge aus dem Bereich der Architektur auf das Werk Simmels Bezug: So wird unter anderem aus Simmels Werk eine implizite Architektursoziologie gelesen und, in einem weiteren Beitrag, wird das Spannungsverhältnis zwischen Transformation und Erhaltung im Umgang mit dem architektonischen Kulturerbe und die damit verbundenen Herausforderungen im Rückgriff auf Georg Simmels Erläuterungen zur Kultur theoretisch aufgezeigt.

An der Vielfältigkeit der Beiträge zeigt sich so auch das bis heute fortbestehende interdisziplinäre Potenzial in Simmels Werk. Simmel war eben ein Vieldenker.
Das Buch ist das Ergebnis des interdisziplinären Symposiums „Simmel und die Stadt“, welches anlässlich seines 150. Geburtstages im November 2008 am Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung (HU) in Berlin stattgefunden hat, um die aktuelle Stadtforschung im Geiste Simmels zu reflektieren. Als Fazit des Symposiums wie auch des Buchs kann behauptet werden, dass Simmels Überlegungen auf erstaunliche Weise modern geblieben sind.

Mieg, Harald A.; Sundsboe, Astrid O.; Bieniok, Majken (Hrsg.): Georg Simmel und die aktuelle Stadtforschung, VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2011, 297 S.

ISBN: 978-3-531-17034-3

bestellen: VS Verlag
                  Amazon

01/10/2011

Grenzgänger II - Gesprächsreihe


Fortsetzung der Diskussions-Reihe des GSG des Georg-Simmel-Zentrums ab Oktober 2011

immer um 19 Uhr, in der Mohrenstraße 41, 10117 Berlin, Raum 415
Das Georg-Simmel-Zentrum setzt im kommenden Herbst seine interdisziplinäre Reihe von Workshops zur Diskussion aktueller Themen im Kreise der Stadtforschung fort. 

 Die Veranstaltungen sind dazu gedacht, eine Austauschplattform über disziplinäre und institutionelle Grenzen hinweg zur Verfügung zu stellen. Es soll damit ermöglicht werden, auf die Berührungspunkte einzugehen, die zwischen den unterschiedlichen Perspektiven/Disziplinen in der Stadtforschung bestehen. Zu den Themen der Reihe gehören sowohl praxisorientierte sowie auch theoretisch fundierte Fragestellungen (provokant, konkret und allgemein verständlich formuliert). Neben einem oder mehreren Impulsvorträgen (15. min) prägt eine Diskussion mit 2-3 eingeladen Gästen und den Teilnehmern die Veranstaltung.
In und außerhalb Berlins befassen sich bereits zahlreiche Wissenschaftler an unterschiedlichen Einrichtungen in Berlin mit Fragestellungen, die den urbanen Kontext betreffen, jedoch ist deren Vernetzung und Anbindung zu anderen Fachmilieus derzeit eher gering. „Grenzgänger II“ zielt auf eine bessere Vernetzung und Kompetenzbündelung von Stadtforschern.
Um einen intensiven Austausch der Teilnehmer zu ermöglichen wird die Teilnehmerzahl der Veranstaltung auf zwanzig Personen begrenzt.  Die erste Veranstaltung der Reihe findet Ende Oktober 2011 statt.
Termine und Themen  Grenzgänger II: 


26.10.2011  
"Decolonizing the University" / “Die Dekolonisierung der Universität”
Impuls:
Houria Bouteldja (Spokesperson von „Les Indigènes de la République“, Paris)
und Prof. Ramón Grosfoguel (Department of Ethnic Studies, UC-Berkeley).
Moderation und Organisation: Andrea Meza Torres (GSG)

„Les Indigénes de la République“ ist eine politische Bewegung, welche die urbane Räume von Paris und Frankreich interveniert hat und vor dem Hintergrund von Debatten über Migration, Rassismus und Feminismus an Bedeutung gewinnt. Heutzutage sind "Les Indigénes" eine „dekoloniale“ politische Partei. In diesem Abend werden Houria Bouteldja und Ramón Grosfoguel über die Schwierigkeiten eines Dialogs zwischen "Les indigénes" und dem französischen akademischen Milieu diskutieren. Welche sind die sozialen, politischen und epistemischen Folgen davon? Wie könnte sich eine Kooperation zwischen Wissenschaft und Politik gestalten? Soll die Einrichtung der westlichen Universität dekolonisiert werden?
- Sprache: Englisch (Houria Bouteldja spricht auf Französisch und wird auf English konsekutiv übersetzt werden).

„Les Indigénes de la République“ is a political movement which has intervened urban spaces in Paris and France and gained centrality in debates concerning migration, racism and feminism. Nowadays, "Les Indigénes" are a „decolonial“ political party. In this evening, Houria Bouteldja and Ramón Grosfoguel will speak about the difficulties for the dialogue between "Les indigénes" and the French academic milieu. Which are the social, political and epistemic consequences of this lack of dialogue? How can we think about the links between the social sciences and political movements? Should the western university be decolonized? 

Language: English (Houria Bouteldja speaks in French, and will be translated simultaneously into English.


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30.11.2011 
Wieviel Materie braucht Geschichte? 
Der Substanzbegriff in der städtebaulichen Denkmalpflege

Impuls: Achim Schröer, Stadtplaner Bauhausuni Weimar + Gäste,  
Moderation: Heike Oevermann (GSG)

Mit der steigenden Bedeutung der städtebaulichen Denkmalpflege stellt sich die Frage, inwieweit hier der bestehende - aus der Baudenkmalpflege stammende – Denkmalbegriff noch anwendbar ist. In der Herausbildung dieses Denkmalbegriffs spielte die "historische Substanz" eine konstituierende Rolle als Träger der zentralen Denkmaleigenschaft, der Geschichtlichkeit. Der Denkmalwert bestimmt sich jedoch letztlich aus weiteren, immateriellen Denkmaleigenschaften wie besondere künstlerische Qualität, besondere geschichtliche Bedeutung etc. Ausgehend von einem Vergleich mit der besonderen Problematik der Gartendenkmalpflege, die ganz selbstverständlich mit der Veränderung ihrer historischen Substanz umgeht, möchte ich in meinem Vortrag diskutieren, inwieweit die Authentizität auch einer städtebaulichen Situation auf historischer Bausubstanz beruhen muss. Auf der einen Seite steht dabei die Auffassung der Besonderheit einer städtebaulichen Situation quasi als „Nebenprodukt“ der sie konstituierenden historischen Gebäude, auf der anderen die umgekehrte Auffassung der Stadtgestalt als Produkt eines - immateriellen, aber historischen - konstituierenden Organisationssystems für Räume, Volumen und Nutzungen. Salopp gesagt steht also "Ziegel gegen Traufhöhe".

Diese unterschiedlichen Auffassungen können an Beispielen aus München beleuchtet werden, wo im Zuge der sog. Nachqualifizierung der Denkmalliste der Begriff der „konstituierenden Bauten“ eingeführt wurde und in Folge eine ganze Reihe von Denkmalensembles von der Aberkennung des Denkmalwertes bedroht ist; wohingegen deutliche räumliche Störungen von materiell unveränderten Ensembles (zB Highlight Tower / Ludwigstraße) zu keiner Streichung geführt haben. Vor dem Hintergrund der vehementen lokalpolitischen, aber auch wissenschaftlichen Debatten (z.B. um bedrohtes Weltkulturerbe) stellt sich die Frage, ob die bisherige Substanzorientierung in der städtebaulichen Denkmalpflege noch haltbar ist. Zu einer möglichen Weiterentwicklung des Denkmalbegriffs könnte auf städtebautheoretische Begriffe wie z.B. die Stadtmorphologie zurückgegriffen werden.

Dipl.-Ing. Stadt- und Regionalplanung; Regierungsbaumeister; Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauhaus-Universität Weimar; Dissertationsvorhaben zur bürgerschaftlichen Denkmalpflege in England
 
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25.01.2012   
virtual? urban intervention
Impulse: Karsten Drohsel, URBANOPHIL; Rudolf D. Klöckner
URBANSHIT und Eric Sturm von ARCHTEKTURVIDEO.

Moderation und Organisation: Heike Oevermann (GSG) und Eszter Gantner

Virtual? urban Intervention befragt Akteure urbaner Blogs danach, ob und

wie die Erforschung der Stadt und urbane Interventionen durch neue
Medien erfolgen können. Wir wollen an diesem Abend die Schnittstellen,
Konzepte und Ideen von Bloggersphäre und Stadtforschung diskutieren.
Fragen nach den Herangehensweise und Auseinandersetzung mit dem
öffentlichen Raum sowie nach der Veränderung der Sicht auf Stadt durch
Social Media oder die Funktionsweise des medialen Raums bieten
Möglichkeiten sich gemeinsam diesem Themenkomplex zu nähern.


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22.02.2012 Illegalisierung und Stadt
Impuls und Moderation: Majken Bieniok (GSG), Markus Kip (GSG) und Gäste


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21.03.2012 Gefühlte Stadt - gefühlte Schrumpfung? – Phänomenologische Perspektiven auf (schrumpfende) Städte
Impuls und Moderation: Inga Hase (GSG) und Gäste

Phänomenologische Ansätze, die das Erleben von Raum in den Mittelpunkt seiner Produktion stellen, lassen uns auch den Gegenstand der schrumpfenden Stadt neu betrachten. Welche Aspekte von Raum können mit den Schlagworten „erlebte Stadt“ oder „gefühlte Stadt“ beschrieben werden? Hilft die Einbeziehung von Raumerleben am Ende sogar, die schrumpfende Stadt neu zu (er)fassen? Welche Impulse bringt das Einbeziehen von Materie der soziologischen Betrachtung von StadtSchrumpfung?


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23.05.2012 Stadt : (Kunst + Wissenschaft) = ?
Impuls: KUNSTrePUBLIK + Gäste  Moderation: Martin Schwegmann




19/09/2011

Grenzgänger I - Gesprächsreihe


„Grenzgänger“
eine Diskussions-Reihe des GSG des Georg-Simmel-Zentrums ab November 2010
Das Georg-Simmel-Zentrum startet im kommenden Herbst eine interdisziplinäre Reihe von Workshops zur Diskussion aktueller Themen im Kreise der Stadtforschung.
Die Veranstaltungen sind dazu gedacht, eine Austauschplattform über disziplinäre und institutionelle Grenzen hinweg zur Verfügung zu stellen. Es soll damit ermöglicht werden, auf die Berührungspunkte einzugehen, die zwischen den unterschiedlichen Perspektiven/Disziplinen in der Stadtforschung bestehen. Zu den Themen der Reihe gehören sowohl praxisorientierte sowie auch theoretisch fundierte Fragestellungen (provokant, konkret und allgemein verständlich formuliert). Neben einer key note speech (15. min) wird eine Diskussion mit 2-3 eingeladen Gästen und den Teilnehmern die Veranstaltung prägen.
In und außerhalb Berlins befassen sich bereits zahlreiche Wissenschaftler an unterschiedlichen Einrichtungen in Berlin mit Fragestellungen, die den urbanen Kontext betreffen, jedoch ist deren Vernetzung und Anbindung zu anderen Fachmilieus derzeit eher gering. „ Grenzgänger“ zielt auf eine bessere Vernetzung und Kompetenzbündelung von Stadtforschern.
Um einen intensiven Austausch der Teilnehmer zu ermöglichen wird die Teilnehmerzahl der Veranstaltung auf zwanzig Personen begrenzt.  Genauere Angaben zum Veranstaltungsort, Zeitpunkt und Inhalt der einzelnen Sitzungen wird noch bekanntgegeben. Die erste Veranstaltung der Reihe findet voraussichtlich Ende Oktober 2010 statt.
Termine und Themen  Grenzgänger I:

24.11.2010: Architektur als Wissenschaft? (Martin Schwegmann und Jan Bovelet)
                  Keynote: Jan Bovelet (urbikon), Diskussion mit Prof. Susanne Hauser 
                  (UdK Berlin) und Junior-Prof. Dr. Joerg Noennig, TU Dresden

26.01.2010: Wer macht Geschichte (Andrea M. Torres und Heike Oevermann)

23.03.2011: Nachhaltigkeit: Nur ein [popu]leeres Wort? (Mary Dellenbaugh)

25.05.2011: Klimawandel und Städte: Opfer oder Raumlaboratorien für Klimaschutz 
                  und Klimaanpassung? (Lutz Meyer-Ohlendorf, Fritz Reusswig)
                  Keynote: Fritz Reusswig (PIK Potsdam), Florian Schmidt (urbanitas)


Redevelopment of the Urban Space in St. Petersburg: Politics and People

28/01/2010 – 5pm – ca. 7.30pm

Workshop of the Georg Simmel Center for Metropolitan Studies (GSZ), Humboldt-
Universität Berlin, in cooperation with the Center for German and European Studies
(CGES), St. Petersburg State University

Welcome: Majken Bieniok / GSZ
Introduction: Elena Bukarova /CGES, Heike Oevermann / GSZ

Dmitry Vorobyev (CGES, St. Petersburg State University):
Changing Urban Contexts in St. Petersburg:
Legislation, Infrastructure, Architecture

Anna Zhelnina (CGES, St. Petersburg State University):
Urban Transformation in St. Petersburg:
Perceptions and Uses of Space

Carola Neugebauer (Leipniz Institut for Regional Geography):
St Petersburg and The UNESCO World Heritage Status:
A global concept reflected in local urban development.
Theoretical approaches to the cases of St. Petersburg

Discussion led by: Astrid Sunsboe

04/07/2011

Sustainable Urban Development through Social Entrepreneurship?

Workshop organized by GSG at the Georg Simmel Centre for Metropolitan Research, together with  Department for Urban Studies, Univerity of Malmö und the Technical University Berlin.

19th of may 2010, 2-5 pm, GSZ, Mohrenstraße 41, 10117 Berlin, Room 415 



Workshop participants: 
Prof. Harald Mieg, Spokesman of Simmel Center (introduction); Heike Oevermann, Member of Simmel Center (moderation); Martin Schwegmann, GSG of the Simmel Center (moderation)

Inputs: 
Mathias Heyden, Assistant Professor Technical University Berlin: What are our real values? Community design and participatory architecture as tools for urban sustainability
Paola Alfaro d´Alencon and Daniela Konrad, Assistant Professors Technical University Berlin: Introduction of their Urban Research Camp; Design Laboratory
Frederik Björk, lecturer at Malmö University: Introduction to the Concepts of Social Entrepreneurship in connection to sustainable urban development
Magnus Johansson, Assistant Professor at Malmö University: Social innovation and sustainable urban development
Lise Bisballe, lecturer at Roskilde University and social entrepreneur: Introduction of the project socialventures@2200 in Copenhagen
Thomas Bisballe, analyst for the city of Copenhagen: Public actors and the facilitation of social entrepreneurship - How to interact with "the opposition
Levend Kalac, Architect and Master Student, Fachhochschule Frankfurt: Urban development challenges - the case of Norra Sorgenfri
Prof. Björn Bjerke, Linnaeus University: Local governments with public entrepreneurs in focus

Workshop organization: Martin Schwegmann

03/07/2011

Spaces and Ideas


Workshop of GSG and Prof. Jorge Lizardi Pollock, University of Puerto Rico
20th of june 2009, georg simmel center of metropolitan studies, berlin
 






Utopias of modernism between Latin America and Eastern Europe: How do they look and what has become of them? In the framework of the GSZ workshop “Spaces and Ideas” on June 20th, different urban utopias got revisited and compared. Prof. Jorge Lizardi-Pollock, an architectural historian of the university of Puerto Rico, focuses on the development of city renewal from the 1930s to the 1960s in Latin America, especially in Mexico and the Caribbean. The town planner Florian Koch (University of Applied Sciences, Erfurt) describes the archetypical construction of the “socialist city” and shows the realities of socialist urban development by looking at assorted Eastern European cities. In the last lecture Joanna Kusiak (University of Warsaw, Philosophy, Sociology) analyses the specific condition of South-East European urban development as a result of the immediate availability of the city for dictatorships. The workshop was moderated by Martin Schwegmann, Architect and Urban Researcher.


Simmel Symposium 2008

 „Zur Aktualität Georg Simmels in der Stadtforschung“

 

Symposium am 27. und 28. November 2008 an der Humboldt-Universität zu Berlin

Georg Simmel und die Stadt
Georg Simmel ist für die heutige Stadtforschung sowohl aktuell als auch relevant. So lautete die Zusammenfassung des von der Thyssen Stiftung geförderten Symposiums „Simmel und die Stadt – ein interdisziplinärer Austausch“. Das Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung an der Humboldt-Universtität (GSZ) hatte für den  27. und 28. 11. 2008 eingeladen. Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen, insbesondere auch Nachwuchswissenschaftler, diskutierten an den zwei Tagen die Bedeutung Simmels für die heutige Stadtforschung. Aktuelle Forschungsarbeiten wurden hinsichtlich ihrer Bezugspunkte zu Georg Simmels Werk einer interessierten Fachöffentlichkeit vorgestellt. Die Themenvielfalt reichte von der Auseinandersetzung mit der Rolle der Individuen in der Großstadt über gesellschaftliche Prozesse, u.a. der Segregation, bis hin zu Fragen zu den  geplanten und gebauten Räumen der Stadt.
Das „Experiment“
Organisiert wurde die Veranstaltung von der Graduate Studies Group (GSG) des GSZ, eine selbstorganisierte Gruppe von Nachwuchswissenschaftlern, die an unterschiedlichen Forschungsprojekten im Bereich Stadtforschung arbeiten. Die GSG erhielt dabei Unterstützung von Prof. Harald Mieg, der die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hatte.
Aufgrund der Komplexität, die entsteht, wenn unterschiedliche Forschungsansätze und Methoden aufeinander treffen, wurde mit einem ungewöhnlichen Konferenzformat ein interdisziplinäres Experiment gewagt. Die Vorträge sollten nicht nur mit einem interessierten Publikum diskutiert, sondern zuvor durch eingeladene und erfahrene Forscher, meist Vertreter anderer Disziplinen, gezielt beleuchtet werden.  Die vorgestellten Fragestellungen aus der Stadtforschung, ihre Untersuchungsansätze und möglichen Ergebnisse wurden so unmittelbar interdisziplinär kontextualisiert und in diesem Rahmen durchaus unterschiedlich bewertet. Gerade die Betrachtung einer Forschungsfrage aus unterschiedlichen Blickrichtungen zeigte, dass die gedankliche, aber sehr konkrete Konfrontation mit den anderen Disziplinen eine neue Reflektionsebene erzeugte, von der jede Arbeit profitieren konnte. Deutlich wurde aber auch, dass die Erkenntnisse in der Stadtforschung extrem abhängig sind von Fokussierung und Methodologie. Max Webers Gedanken zur „Objektivität in den Sozialwissenschaften“ wurden so anschaulich.

Themen der Stadtforschung
Herr H. Häußermann (Berlin) gestaltete mit seinem Vortrag den Auftakt am Donnerstagabend. Simmel, so wurde deutlich, musste aufgrund seiner essayistischen Schreibweise und vielseitigem Themeninteresse bereits zu Lebzeiten und bis heute viel Kritik einstecken. Umso bedeutsamer erscheinen die aktuellen Auseinandersetzungen, die versuchen, die eigene Forschung in Überschneidung mit Georg Simmel zu reflektieren. Mit diesem Hintergrund wurde der Freitag durch zwei Vorträge eingeleitet: „Empirische Befunde zur Aktualität von G. Simmel“ (M. Bieniok, Berlin) und „Die Berliner Kastanienallee als kreatives urbanes Milieu“ (J. Merkel, Berlin). Im ersten Vortrag wurde deutlich, dass aus psychologischer und insbesondere empirischer Sicht gesehen die Merkmale einer Großstadt, die Simmel beschrieben hat, bis heute in den Köpfen der Bewohner von Berlin, Paris und London prägnant und charakterisierend für ihre Städte geblieben sind. Der zweite soziologisch orientierte Vortrag interpretierte eine wichtige Erkenntnis aus der Beobachtung der Kreativwirtschaft in Berlin (Kastanienallee), nämlich die enge Verknüpfung von physischem Raum und sozialem Milieu, entsprechend Simmels theoretischer Vorstellung der Wechselwirklungen zwischen Raum und Individuum.
Nach diesem Auftakt wurde parallel in zwei thematisch unterschiedlichen Panels gearbeitet – „Die heterogene Großstadt: geprägt durch soziokulturelle Grenzen“ und „Aneignung, Transformation und Steuerung von Räumen“. Vorgestellt und moderiert wurden die Panels von Herrn H. Mieg (Berlin) und Frau C. Hannemann (Berlin).

Die heterogene Großstadt: geprägt durch soziokulturelle Grenzen?
Panel 1 widmete sich am Vormittag der Armut (J. Blasius, Bonn), der Idee des Plug-In-Citizenships (K. Nawratek, Plymouth) sowie dem Thema der Gentrifizierung in Verbindung mit schrumpfenden Nachbarschaften (F. Koch, Berlin). H. Delitz (Dresden) betonte mit der Interpretation von Simmels Soziologie als eine „Soziologie der Haut der Gesellschaft“ die zentrale Bedeutung der bebauten Umgebung als Ausdruck der symbolischen Gestalt der Gesellschaft sowie als konstituierenden Faktor für soziale Ungleichheit. Am Nachmittag wurden im Panel 1 die Parallelgesellschaft und Formen des Zusammenlebens (W.-D. Bukow, Köln) diskutiert sowie die Folgen der Segregationsprozesse nach ethnischer Zugehörigkeit, insbesondere in Bezug auf stigmatisierende Diskurse (A. O. Sundsbø, Berlin/ Oslo).
In allen Beiträgen wurde der enge Zusammenhang zwischen städtischen Strukturen und sozialen Interaktionen, jedoch aus unterschiedlichen Perspektiven, gezeigt.  J. Blasius erinnerte mit seinem Beitrag an die Kontinuität der Armut aus einer geschichtlichen Perspektive und bezog sich dabei auch auf Georg Simmels Positionen zur Wechselwirkung zwischen Armen und Reichen. So präsentierte er die Kooperation (die Unterstützung der Armen durch die Reichen) als eine notwendige Voraussetzung für gesellschaftliche Stabilität. K. Nawratek stellte die Ein- und Mitwirkung „temporärer“ Bürger (etwa Touristen, Arbeitnehmer auf Zeit, Studenten) auf städtische Systeme (Wirtschaft, Kultur, Bildungsinstitutionen etc.) dar, ein Ansatz, der als Herausforderung für das nationalstaatliche Bürgerschaftsverständnis gilt. F. Koch zeigte mit dem Blick auf die Wohnsituation und mit Hilfe des Gentrification-Konzeptes, wie ganze Wohnraumstrukturen durch soziale Interaktion und durch Handeln einzelner Akteure sich verändern können (am Beispiel Berlin-Prenzlauer Berg). Dies wurde auch im Beitrag von A.O. Sundsboe aufgegriffen, in dem die Relevanz ethnischer Grenzziehungen für die soziale Zusammensetzung der Wohnbevölkerung in Großstädten thematisiert wurde. Hier kam insbesondere das Verständnis Georg Simmels von Städten als Abbild gesellschaftlicher Entwicklungen, als „eine soziologische Tatsache, die sich räumlich formt“ (Simmel 1903), zur Geltung. W.-D. Bukow ging in seinen Ausführungen darauf ein, dass das Denken in binären Konstruktionen (basiert auf einen Nationalismus, der die Bevölkerung etwa in „In-„ und „Ausländer“ aufteilt) längst überholt ist, vielmehr müssten biographische Informationen in die Forschung über das Agieren der Individuen „zwischen Nomadentum und Sesshaftigkeit“ einfließen.

Aneignung, Transformation und Steuerung von Räumen
Das Panel 2 wurde thematisch eingeleitet durch epistemologische Überlegungen und aktuelle Anmerkungen zu Norditalien (S. Custoza, Mailand). Im Vortrag wurde in Anlehnung an Simmel und Kant herausgearbeitet, dass die Objekte des Erkennens, und damit auch der Raum, durch das Subjekt produziert werden. Die folgende Auseinandersetzungen über den Erhalt und die Transformation architektonischen Kulturerbes am Fallbeispiel Zeche Zollverein griff diese epistemologischen Aspekte mittels des Kulturbegriffs von Simmel wieder auf. Dabei zeigte H. Oevermann (Berlin), dass Kulturerbe von Subjekten produziert wird, die im konkreten Umgang mit der überlieferten baulichen Substanz Transformationen des Raums und seiner gesellschaftlichen Bedeutung erzeugen. Der Vortrag über Form und Raumtypologie (K. Noack, Berlin / S. Günzel, Potsdam) erinnerte daran, dass architektonische Elemente schon in ihrer Typologie eine Metaebene aufweisen. Form folgt somit nie immer nur einer Funktion. Am Nachmittag wurde zunächst die Bedeutung des Individuums in der Planung eines Hamburger Bildungszentrums (N. Hälker, Hamburg/ K. Wildner, Frankfurt a.d. Oder) dargestellt. N. Hälker zeigte an dem Projektbeispiel IBA Wilhelmsburg, dass schon die Anfänge der Planungsprozesse für städtische Bildungsräume eine grundlegende Beteiligung der Bürger zu verpassen drohen. Hinterfragt wurde damit auch das Demokratieverständnis, dass in solche Prozesse hinein wirkt. Abschließend wurden Überlegungen  zu den Repräsentationen der Metropole Berlin im Film präsentiert (A. Dücker, Aberdeen/ Heidelberg). Herausgearbeitet wurde hier, dass gerade der Film ein Medium darstellt, der die dynamischen Wechselwirkungen zwischen Raum und Individuum aufgreifen und auch veranschaulichen kann.
Begleitend zu den Vorträgen wurden während der zwei Tage zehn Forschungsarbeiten verschiedener Teilnehmer in Form von Postern und Buchpräsentationen ausgestellt. Diese boten eine einmalige Gelegenheit, mit Experten bzw. weiteren Doktoranden ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Dafür war das Interesse groß, lediglich die Zeit dafür wurde als etwas knapp befunden, welches allerdings auch als ein Erfolg der Veranstaltungsform interpretiert werden kann.
Schlussdiskussion: Simmels Aktualität
Die abschließende Diskussion fragte, ob Simmel heute aktuell bzw. relevant sei. Nach den diskursiven Debatten wurde dies ungewohnt einhellig bejaht. Doch zeigten die Präsentationen und Debatten in den Panels auch, dass durch das Werk von Georg Simmel kaum eine verbindende theoretische Basis für unterschiedliche Arbeiten der Stadtforschung hergestellt werden kann. Simmels 150. Geburtstag war ein guter Anlass, um diese Form des wissenschaftlichen Austauschs zu initiieren.


Nina Hälker/ Heike Oevermann/ Astrid Sundsbø
03.07.2011


Im Nachgang des Symposiums wird ein Sammelband herausgegeben: 
Titel:
Georg Simmel und die aktuelle Stadtforschung: Interdisziplinäre Betrachtungen zu Dichte, Diversität und Dynamik der Großstadt

von Harald Mieg, Astrid O. Sundsboe und Majken Bieniok (Vs Verlag)

Inhalt:
Die Publikation setzt aktuelle Forschungsarbeiten zum Thema Großstadt und Metropole in Bezug zu Georg Simmels vielfältigen Werken. Zunächst wird die Aktualität, und vor allem die Relevanz der Arbeiten Georg Simmels für die heutige Stadtforschung dargelegt. Darauf folgen Darstellungen empirischer Hinweise auf die Relevanz von Simmels Vorstellungen für die Repräsentation von derzeitigen  Großstädte bzw. Metropolen.
Ein Großteil der Beiträge thematisiert die Konstruiertheit von sozialem, politischem und morphologischem Raum, in Anlehnung an Georg Simmels Ausführungen. Im Bezug auf die aktuelle Stadtentwicklung wir gezeigt, wie Wechselwirkungen  zwischen den Akteuren und den Räumen Transformationen mittels Aneignungs- und Gestaltungsprozessen erzeugen. Einen Schwerpunkt der Betrachtung bildet das Zusammenwirken der Rezeption von Räumen, der sich auf sie beziehenden Handlung sowie der Wirkung von Raumtypologien auf das Individuum und die Gesellschaft. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, wie sich die soziale Praxis in einem Stadtteil durch Aneignungs- und Transformationsprozesse von Räumen verändern kann. Weitere Beiträge widmen sich den verschiedenen Formen von Segregation, die gegenwärtig in Großstädten vorzufinden sind. Sie werden unter den Begriffen Polarisierung, Marginalisierung und Fragmentierung, die in der aktuellen Stadtforschung verwendet werden, diskutiert. So betrachten wir beispielsweise räumliche Ausdrucksformen von sozialer Integration und Exklusion.

 

Stadtperspektiven - Platzperspektiven

Austellung der GSG im Rahmen von Humboldt unterwegs: Tradition und Moderne  
(Text zur Austellung)

Was ist ein Platz?
 
Der Breitscheidplatz in Berlin hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich, seine heutige Verfassung erscheint widersprüchlich. Kirche und Handel sind präsent, aber ebenso verfallende und leerstehende Häuser. Als Stadtplatz der City West liegt er zentral und ist dennoch nur ein relativer Punkt im gesamtstädtischen Gewebe von Berlin. Der Kiez hat ihn in seiner Funktion als Ort der Begegnung längst abgelöst und dennoch zieht es die Menschen hierher.  
Die Stadtforschung setzt sich im weiten Rahmen mit diesem Themenfeld auseinander. Jede Disziplin, ob Kulturwissenschaft, Soziologie, Psychologie, Ethnologie, Anthropologie, Politikwissenschaft, Architektur
und Städtebau - um nur einige zu nennen -, hat eine spezifische Perspektive auf die Stadt und ein ebensolches Erkenntnisinteresse bei ihren Untersuchungen. 
Mit der heutigen Installation wollen Stadtforscher des Georg Simmel Zentrums für Metropolenforschung
der Humboldt Universität zu Berlin ihren jeweiligen disziplinären Blick auf den Platz zeigen und mit paradigmatischen Texten plakativ präsentieren.Die Ausstellung ist ein Beitrag der graduate studies group des Georg Simmel Zentrums für Metropolenforschung an der Humboldt Universität.

Konzept: Heike Oevermann
Beiträge: Majken Bieniok, Chrizzi Heinen, Konstanze Noack, Heike Oevermann, Martin Schwegmann und Astrid Sundsboe 

Und wir wollen auch Ihren Blick auf den Breitscheidplatz kennen lernen. Wie nehmen Sie seine Gestalt, Funktion oder Benutzung wahr? Welche Bedeutung hat der Breitscheidplatz für Sie als Nutzer?
Unterstützen Sie uns mit Ihrem Beitrag und machen Sie Ihre Gedächtnisskizze! Zeichnen Sie den Platz aus Ihrem Gedächtnis heraus. Schreiben Sie uns einige Wörter auf, die Ihnen zum Breitscheidplatz einfallen und Ihnen wichtig erscheinen.

Plakate der Ausstellung: